Kluge Köpfe - Bildungspreis 2024

Am 28.09.2024 fand die fünfte Veranstaltung Kluge Köpfe – Bildungspreis für junge Menschen mit afrikanischer Herkunftsgeschichte in Schleswig-Holstein in Kiel statt. Vier junge Menschen mit afrikani­scher Herkunfts­geschichte wurden für ihre Leistungen in Schule und Ausbildung geehrt. Der Bildungspreis 2024 fand wieder im musiculum statt. Das Organisationsteam hatte sich schon früh entschieden, die diesjährige Veranstaltung wieder wie im Vorjahr hier zu planen.

Als Erstes musste aber kräftig improvisiert werden, weil die Steuerung der Lautsprecheranlage ausgefallen war. Es wurden etliche Aktivboxen angeschleppt und angeschlossen und am Ende hatten wir drei Mikrofone und genügend Lautstärke zur Verfügung, auch für die Gitarre. Der Konzertflügel braucht solche Hilfsmittel nicht, der Klang erfüllt den ganzen Saal.

Musikalisch wurde die Veranstaltung wieder gewohnt professionell begleitet von Fabian Addo am Piano. Er ist seit Jahren in der Kieler Musikszene bekannt, genau wie auch Spunky, der in diesem Jahr gemeinsam mit Fabian Addo die musikalischen Auftritte gestaltete.

Nach zögernden Beginn füllte sich der Saal bis zu letzten Platz, das Organisationsteam hatte wenig Zeit zum hinsetzen, es gab ständig etwas zu tun. Dazu kamen noch über 25 Kinder, die wieder von Wana im Nebenraum betreut wurden. Bei der Beaufsichtigung der Kinder halfen ihr die Erfahrungen, die sie in ihrer FSJ-Zeit im Jugendzentrum gesammelt hat. Kein Kind hat den Raum verlassen, um den Eltern zu zeigen, was es schönes gemalt oder gebastelt hat.

Durch die Veranstaltung führte die Moderatorin Alexandra Antwi-Bosiako aus Hamburg. Wie immer war sie gut vorbereitet und leitete die Veranstaltung gewohnt souverän.

Die Veranstaltung wurde eröffnet von Eli Klouvi Nana und Larry Capore, zwei Preisträger aus vorangegangenen Jahren.

 

Das Grußwort hielt Frau Ndlovou. Sie ist Vorstandsmitglied im Bundeselternnetzwerk der Migrantenorganisationen für Bildung & Teilhabe (bbt) und Leiterin Bundeselternnetzwerk Regionalstelle Nord. Sie war auch Teilnehmerin an der Podiumsdiskussion ebenso wie Frau Franziska Berger, Leiterin Bildungsmanagement der Stadt Kiel und Eli Klouvi Nana und Larry Capore von der Initiative Kluge Köpfe. Moderiert wurde die Podiumsdiskussion von Alexandra Antwi-Bosiako.

Die Podiumsdikussion wollte die Bildungs-möglichkeiten, -chancen und -ressourcen aus unterschiedlichen Perspektiven und Wirkungsbereichen thematisieren. Dabei wurden die Defizite aus der Sicht der Migranten aufgezeigt, aber auch Informationen und Ratschläge an das Publikum weitergegeben. Es wurde auch auf die Gründungsveranstaltung des Migranten-Eltern-Netzwerks für Schleswig-Holstein am 15.11.2024 im Landeshaus hingewiesen und die Eltern aufgefordert, das Netzwerk mit Leben zu erfüllen und zu nutzen. Frau Ndlovou fand es schade, dass es zuerst so einen Bildungspreis geben muss, um auf die anhaltende Misere nicht nur für afrikanische Migranten aufmerksam zu machen.

Die Kandidaten Sharifa Sahad, Mariam Mohammed, Aichatu Moussa Bilim und Harriet Abiria stellen sich mit ihren sehr unterschiedlichen Lebenswegen vor und wurden vom Publikum gefeiert. Die Urkunden und Preise wurden anschließend von Siphilisiwe Ndlovou, Erika Obulo, Franziska Berger und Wilfried Saust überreicht.

Einen Sonderpreis erhielt Rashida Issifou für ihr ehrenamtliches Engagement nicht nur für die Initiative Kluge Köpfe sondern auch für verschiedene Initiativen und Vereine. In ihrer anschließenden Motivationsrede beschrieb sie die falschen Erwartungen, die sie von Deutschland hatte und wie sie von der Realität eingeholt wurde. Sie hat sich auch von den Vorurteilen in der Community nicht beirren lassen und ihren Schulabschluss und eine Ausbildung als Pflegeassistentin gemacht und eine zweite Ausbildung als Erzieherin. Sie ist stolz darauf, als schwarze Muslima es geschafft hat und sogar andere Frauen motivieren konnte, es ihr gleich zu machen.

Dr. Erika Obulo beschrieb ihren Ausbildungs- und Lebensweg in London und Norddeutschland. Ihre Lebenserfahrung fasste sie zusammen in einem Rezept. In ihren Eintopf kamen alle Zutaten und Lebensweisheiten, die man braucht, um in Deutschland erfolgreich zu sein.

 

Die Videobotschaft von Alex Bergfeld beschrieb den Weg, den er gegangen ist, um dem täglichen Rassismus in Deutschland aus dem Weg zu gehen, mit dem er nicht gelernt hatte umzugehen. Als Migrant in Ghana fühlt er sich jetzt zu Hause, anerkannt und wohl.

Jetzt war es an der Zeit, die Kunstwerke vorzustellen und die Kinder versammelten sich auf der Bühne wo sie ihre Bilder kommentieren durften. Die verschiedensten Werke wurden präsentiert, vom Dinosaurier über Ufos, Herzen und Regenbogen mit klugen Köpfen bis zur Katze, die Geburtstag hat. Für ihre Mühe und Kreativität wurden sie mit einem Riesenapplaus belohnt.

In ihrer Abschlussrede bedankten sich Eli Klouvi Nana und Aurelie Bile Akono ganz herzlich bei den Preisträgern und den Besuchern der Veranstaltung. Sie forderten die Eltern dazu auf, sich lebhaft an der Gründung des Migranten-Eltern-Netzwerkes zu beteiligen. Die jungen Menschen riefen sie dazu auf, bei der Initiative mit zu machen, wie es schon die Preisträger der letzten Jahre gemacht haben.

Dann war das Buffet freigegeben. Bei afrikanischem Fingerfood fanden angeregte Gespräche statt. Es fanden sich neue Gesprächspartner, alte Bekanntschaften wurden aufgefrischt. Von den Besuchern der Veranstaltung haben wir ein sehr positives Feedback erhalten.

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